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Deutschlandfunk : Lange Nacht Saturns Schatten: Eine Lange Nacht über
Depressionen. Moderation: Judith Grümmer und Martin Winkelheide
Samstag, 23.04.2005 23.05-1.00 Uhr
Lange Nacht »Hoffnung, dieser Erwartungs-Gegenaffekt gegen Angst und
Furcht, ist die menschlichste aller Gemütsbewegungen und nur Menschen
zugänglich«. (Ernst Bloch) »Wenn der Mensch nicht mehr hoffen kann, aus
welchen Gründen auch immer, dann vegetiert er nur noch. Genau das traf
jetzt auf mich zu. Ich vegetierte. Die Hoffnung war mir abhanden
gekommen, in mir war nur noch ein schwarzes Loch«, beschreibt der
Schweizer Regisseur und Autor Rolf Lyssy in seinem autobiografischen
Bericht »Swiss Paradise« den Beginn seiner Depression. Als eine alle
Lebenskräfte lähmende Erkrankung erlebte er eine Art Tod bei lebendigem
Leib, bis er den Weg aus dem endlosen schwarzen Tunnel wieder
herausfand. Als radikalste Vereinsamung zerstört die Depressionen
sowohl die Bindungen an andere als auch die Fähigkeit, im Frieden mit
sich selbst zu leben. Doch das Leben mit Depressionen ist nicht nur für
den Patienten selbst, sondern auch für seine Angehörigen, Freunde und
Kollegen oft unfassbar und schwer zu ertragen. Welche
Unterstützungs-möglichkeiten gibt es für Angehörige, die sich den
unberechenbaren Folgen der Depressionen oft genauso ausgeliefert fühlen
wie die Patienten selbst? Wenn sich das Alltagsleben nur noch um den
endlosen schwarzen Tunnel dreht, aus dem es für den Depressiven lange
kein Entrinnen gibt, dann kann neben einem individuell passenden
Behandlungskonzept auch die zuverlässige Unterstützung und das
Verständnis durch Angehörige, Freunde und Kollegen das lebensnotwendige
Licht am Ende des Tunnels sein. |