arte
Donnerstag 23.11.2006
19:00 - 19:45 Uhr
Maca - Die Wunderpflanze mit Potenz
Deutschland 2005

Auf den Hochebenen der Anden ist die Luft in über 4.000 Meter Höhe so dünn und sauerstoffarm, dass nur die Nachfahren der Inkas dort leben und arbeiten können. Dort wird eine kartoffelähnliche Knolle angebaut, die wegen ihrer erstaunlichen Kräfte von den Einheimischen 'Königin der Anden' genannt wird: die Maca.

Schon zu Zeiten des Inka-Reiches als Mittel zur Steigerung der Fruchtbarkeit und Potenz bekannt, hat die Wunderknolle in den letzten Jahrzehnten das Interesse der pharmazeutischen Industrie auf sich gezogen. Forschungen haben erwiesen, dass die Maca nicht nur ein hervorragendes Mittel zur Nahrungsergänzung ist, sondern darüber hinaus auch antioxydierend und krebshemmend wirken kann.

Seitdem ist ihr Renommee auch über die Grenzen Perus hinweg beachtlich gestiegen, so dass sich viele ausländische Pharma-Unternehmen für die Pflanze interessieren. Man möchte sich die heilenden Substanzen und Anteile mit speziellen Verfahren und Patenten sichern. Der Streit um das Recht auf die internationale Vermarktung ist noch nicht entschieden.

Auf der einen Seite steht die 'Konvention über die Biologische Vielfalt', die auf dem UN-Gipfel für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro erstmals formuliert wurde, auf der anderen Seite besteht die Welthandelsorganisation darauf, dass im Zusammenhang mit Pflanzen Patente verliehen werden können, und zwar auch an 'Nicht-Staatsangehörige des Ursprungslandes'. Die Gefahr von Biopiraterie und Plünderung einheimischer Ressourcen steigt, vor allem in Ländern wie Peru.

Der Filmemacher Basile Sallustio hat die Maca-Handelskette von den Anden nach Deutschland und in die USA verfolgt. Die Dokumentation begleitet die Bauern bei der Ernte und folgt der geheimnisvollen Pflanze auf die einheimischen Märkte bis in die Labors der internationalen Pharma-Unternehmen.