Dienstag, 22. Februar 2005 Hippokrates (1): Schwerpunkt: Wenn Arbeit krank macht. (2): Unter der Lupe: Bettnässen (3): Alternativ: Künstliche Vitamine Gesundheitsmagazin arte 14.45-15.15 30 min

(1): Schwerpunkt: Wenn Arbeit krank macht. Im Zeitalter des technischen Fortschritts haben sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändert. Man muss sich ständig neuen Aufgaben stellen, flexibel und doch anpassungsfähig sein. Neue Berufe sind entstanden. Doch welches gesundheitliche Risiko birgt das Arbeiten in diesen modernen Berufen? In so genannten "Call Centern" zum Beispiel sitzen die Angestellten viele Stunden vor dem Bildschirm und müssen über Kopfhörer Telefonate entgegen nehmen. Hohe Aufmerksamkeit und Konzentration wird von den Beschäftigten gefordert, Stimme und Gehör werden ständig strapaziert, hinzu kommt die emotionale Belastung durch Zeitdruck und "schwierige Kunden" sowie unregelmäßige Arbeitszeiten. Zeitdruck, Überstunden und Überforderung setzen dem Wohlbefinden im Arbeitsalltag zu. Redewendungen wie "unter Hochdruck stehen", "sich Probleme zu Herzen nehmen", "etwas geht einem an die Nieren" verdeutlichen anschaulich den bestehenden Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele. Geraten die drei dauerhaft aus dem Gleichgewicht, kann der Mensch ernsthaft krank zu werden. Das drohende Ende eines schleichenden Prozesses wird unter dem Begriff "Burn-Out-Syndrom" zusammengefasst. Im Englischen bezeichnet dieser Ausdruck ein ausgebranntes Haus, von dem nur noch die Mauern übrig sind. Doch auch Menschen in traditionellen Berufen wie Lehrer, Ärzte oder Sozialarbeiter sind nicht vor arbeitsbedingten Krankheiten gefeit. Standen früher in der Arbeitswelt vor allem körperliche Beschwerden im Mittelpunkt, sind es heute immer häufiger seelische Belastungen, die bei Betroffenen psychosomatische Krankheiten auslösen. Viele Berufstätige leiden unter mangelnder Anerkennung, unklarer Aufgabenzuteilungen oder Mobbing. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind alarmierend: erhöhte Herzfrequenz, Blutdrucksteigerung, Panikattacken, Schlafstörungen, Magengeschwüre, Depressionen und schwere seelische Krisen. "Hippokrates" portraitiert Menschen an ihrem Arbeitsplatz und informiert über gesundheitliche Risiken sowie Möglichkeiten der Prävention.(2): Unter der Lupe: Bettnässen. Das nächtliche Einnässen, medizinisch Enuresis nocturna, ist nach Allergien die zweithäufigste Erkrankung im Kindesalter. Es ist für die Kinder mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Sie schämen sich oder sind verärgert, fühlen sich "anders" und versuchen, das Einnässen zu verheimlichen. Welche Ursachen stecken dahinter, wenn ein Kind nach dem sechsten Lebensjahr noch nicht "trocken" ist? Nur bei einem geringen Prozentsatz der betroffenen Kinder sind psychische Probleme der Grund für das nächtliche "Malheur". Bei einer größeren Zahl liegt ein Blasenspeicherproblem vor. Bei der Mehrzahl der Kinder jedoch spielt jedoch die verminderte Ausschüttung des antidiuretischen Hormons ("Antiwasserlasshormon"), kurz ADH, eine wesentliche Rolle. Nachts ist der Hormonspiegel zu gering. Als Folge konzentrieren die Nieren den Urin nicht oder nur unzureichend. Die Blase aber kann den gesamten Urin nicht aufnehmen. Zudem haben die Kinder häufig ein gestörtes Aufwachverhalten aus dem Tiefschlaf. "Hippokrates" besucht betroffene Kinder und Eltern und stellt verschiedene Therapien vor, die bei dieser Störung die besten Erfolge erzielen. (3): Alternativ: Künstliche Vitamine. Vitamine sind lebensnotwendig. Nur eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen stellt den reibungslosen Ablauf aller Funktionen im Organismus sicher. Vitamine unterstützen unter anderem den Zellaufbau, die Verdauung, die Organfunktionen und das Immunsystem. Der Körper kann die meisten Vitamine nicht selbst herstellen, deshalb ist er auf die Zufuhr von außen angewiesen. Eine geregelte Vitaminversorgung ist die Basis für eine stabile Gesundheit sowie geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Die wenigsten Menschen decken ihren täglichen Vitaminbedarf jedoch mit den natürlichen Inhaltsstoffen aus Lebensmitteln. Längst haben künstliche Vitamine in Tabletten- und Pulverform Einzug gehalten. Man kann sie inzwischen in Supermärkten kaufen und praktisch konsumieren. Manche werfen sich beim Frühstück wahre Tablettencocktails ein. Doch woraus werden diese so genannten "Künstlichen Vitamine" überhaupt hergestellt? Wirken sie genauso gut wie natürliche und ab welcher Dosis werden sie ungesund? "Hippokrates" stellt die wichtigsten Vitamine vor und lässt Experten zum Thema Nahrungsmittelergänzung zu Wort kommen.